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Infos aus dem örtlichen Leben

Die Informationen auf dieser Seite stehen Ihnen hier 3 Wochen zur Verfügung. Danach finden sie die wichtigen Texte für etwa 1 Jahr unter der Rubrik „Aktuelles / Info-Archiv“.

22.02.2019

Spieleturnier in der Ortsbücherei Murr

Wie bereits in den vergangenen Jahren werden wir auch in diesem Jahr in den Faschingsferien unseren Spielekönig krönen.
Eingeladen sind alle Kinder von 7 bis 10 Jahren.
Wir treffen uns am

Mittwoch, den 6. März 2019, um 14.30 Uhr
in der Ortsbücherei.

Es wird kleine Preise geben sowie leckere Knabbbereien.
Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir bis zum 2. März 2019 um Anmeldung in der Ortsbücherei Murr oder unter der Telefonnummer 07144/2699-18.
Die Teilnahme ist kostenfrei.

22.02.2019

Informationsveranstaltung zum Umgang mit Lebensmitteln auf Vereins- und Straßenfesten

Um auch in diesem Jahr wieder möglichst vielen ehrenamtlichen Helfern der örtlichen Vereine und Organisationen die Möglichkeit zu geben, sich über die bei Veranstaltungen zu beachtenden Hygienevorschriften zu informieren, findet am

Montag, 18. März 2019, 18.00 Uhr
im Bürgersaal des Bürger-und Rathauses

eine Informationsveranstaltung zum Umgang mit Lebensmitteln auf Vereins- und Straßenfesten durch das Ernährungszentrum Mittlerer Neckar statt.
Personen, die an dieser Schulung teilnehmen möchten, können sich bis spätestens Montag, 11. März 2019, über ihren Verein/ihre Organisation anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos.

22.02.2019

Schwäbisches Mundarttheater mit überraschendem Ausgang

Das Szenenfoto zeigt: Es war was los auf der Bühne bei der OGV-Theatergruppe
Szenenfoto von der Aufführung
Nach zwei gelungenen Aufführungen (von links): Bernd Fischer, Ute Guber, Souffleuse Monika Ebinger, Tobias Ebinger, Annika Michelfelder, Max Waldmann, Laura Walouch und Birgit Mallwitz-Funk
Darsteller und Souffleuse am Schluss auf der Bühne

Theatergruppe des Obst- und Gartenbauvereins unterhält an zwei Abenden das Publikum im Bürgersaal

Mit dem Stück "A gmäht's Wiesle" unterhielt die Theatergruppe des Obst- und Gartenbauvereins Murr am Freitag und Samstag, 15. und 16. Februar 2019, ihr Publikum auf das Beste. An beiden Abenden war der Bürgersaal voll und die Laienschauspieler konnten mit ihrem Treiben, das auf Einladung der Reihe "Kulturprisma Murr" stattfand, die Gäste hervorragend amüsieren. Das Stück bot alles, was man von schwäbischem Mundarttheater erwarten konnte - Verwicklungen, Intrigen, deutlich gezeichnete Charaktere und bodenständigen Wortwitz - und war doch in mancherlei Hinsicht erfrischend anders als gewohnt. So blieb zum Beispiel das mit Spannung erwartete Happy End ("Wen heiratet sie denn nun?") am Schluss aus, was für eine gehörige Überraschung sorgte.
Nachdem sich die Theatergruppe vor wenigen Jahren neu gefunden hatte, ist aus den Laienschauspielern schnell ein gut eingespieltes Ensemble geworden, das dieses Mal ganz organisch von zwei neuen Mitspielerinnen verstärkt wurde. Typisch war die Ausgangslage in dem diesjährigen Stück. Eugen Nägele, gespielt von Bernd Fischer, hat es mit vier Frauen zu Hause nicht leicht. Dabei verdient er mit dem Verleih von Toilettenhäuschen eine Menge Geld. Doch Ehefrau Anna Nägele (Ute Guber) und die beiden Töchter Gloria (Annika Michelfelder) und Jasmin (Laura Walouch) geben es nur zu gern mit vollen Händen aus. Dazu noch die vermeintlich schwerhörige Oma Lisbeth (Birgit Mallwitz-Funk), die das Geschehen mit knitzen und spitzen Bemerkungen kommentiert.
Wenn da nicht Eugens Freund Otto Klemmerle (Max Waldmann) wäre, der ihm so gut, wie er es halt kann, versucht beizustehen und dabei selbst gehörig in die Bredouille kommt. Da scheint der überkandidelte Graf Bruno von Tanelle (Tobias Ebinger) mit seinem affektierten Gehabe dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen.
Die ganze Leidensgeschichte von Eugen Nägele nimmt mit einer geplatzten Hochzeit ihren Anfang. Für Mutter Anna und die sitzengelassene Braut Gloria eine Riesen-Blamage, für Eugen aber eine geheime Genugtuung, hat er doch mit seiner Wettleidenschaft insgeheim seine Finger im Spiel gehabt. Deswegen wettet er auch, dass die verwöhnte Gloria vor ihrem 30. Geburtstag in acht Wochen immer noch keinen Mann hat.
Dafür spannt er seinen Freund Otto Klemmerle ein, der gutmütig, aber auch etwas überfordert, gute Miene zum Intrigenspiel macht und als Immobilienhändler Peter Summer aus Degerloch den (falschen) Bräutigam gibt, der kurz vor der Hochzeit wieder verschwinden soll, so Eugens Plan. Quasi "a gmäht's Wiesle", wie er meint. Doch dann kommt der Graf unerwartet ins Spiel, weil Mutter Anna zusammen mit Tochter Gloria eine Heirats-Annonce aufgegeben hat, um in acht Wochen auf jeden Fall einen Ehemann zu haben.
Da nun gleich zwei Heiratskandidaten im Spiel sind - der falsche Peter Summer, der eigentlich gar nicht will, und der Adlige - spitzt sich die Situation so zu, dass es am Ende sehr zu Otto Klemmerles Leidwesen zu einem Duell kommt. Doch aufgrund vertauschter und manipulierter Pistolen, wobei Oma Lisbeth noch ihre Hände im Spiel hat, hat der Graf am Ende das Nachsehen und einen Allerwertesten voller Schrotkugeln. Dass dann am Ende zwar eine Hochzeit angesetzt wird, aber die wählerische Gloria dann diejenige ist, die vor dem Standesamt "Nein" sagt, ist die unerwartete und überraschende Schlusspointe.
Hervorragend war es, wie die einzelnen Schauspieler ihre Rollen gestalteten und mit Leben füllten. Max Waldmann als Otto Klemmerle/Peter Summer brillierte mit lebendigem Spiel und großer Spielfreude. Wie er den falschen Bräutigam verkörperte, der mit falschen Fremdwörtern versuchte, Eindruck zu schinden, war einfach köstlich und mitreißend. Bernd Fischer als Eugen Nägele überzeugte auf ganzer Linie und verkörperte den Familienvater, der versucht, sein eigenes Spiel zu spielen, aber letztlich seinen Frauen unterlegen ist, sehr plastisch. Als Regisseur war Fischer auch verantwortlich für die Inszenierung. Ute Guber gab der Ehefrau und Mutter Anna Nägele mit ihrer Dominanz und energischen Durchsetzungsfähigkeit, mit der sie die Familie im Griff hat, eine überzeugende Lebendigkeit. Tochter Gloria wurde von Annika Michelfelder gekonnt und mit viel Einfühlungsvermögen verkörpert. Laura Walouch als ihrer Schwester Jasmin nahm man den vorlauten, nicht auf den Mund gefallenen und renitenten Teenager ohne Einschränkungen ab. Herrlich auch Birgit Mallwitz-Funk - neben Laura Wallouch der zweite Neuzugang der Theatergruppe - als Oma Lisbeth, die dem ganzen Geschehen mit ihren zugespitzten, teils sarkastischen, teils lebensweisen Kommentaren Glanzlichter verlieh und ihre vermeintliche Schwerhörigkeit gekonnt einsetzte. Wie Tobias Ebinger in die Rolle des exaltierten, sehr von sich eingenommenen und hochmütigen Adligen Bruno von Tanelle aus altem italienischem Geschlecht schlüpfte, sorgte allein schon für etliche Lacher und heitere Momente in dem Stück.
So konnten die insgesamt rund 340 Zuschauerinnen und Zuschauer an beiden Theaterabenden jeweils ein munteres, humorvolles, im besten Sinne amüsantes Stück mitverfolgen, das aufs Beste unterhalten hat. Monika Ebinger als Souffleuse, Thomas und Fabian Groß, die für Licht und Ton zuständig waren, und das Bewirtungsteam des Obst- und Gartenbauvereins sorgten hinter und neben den Kulissen dafür, dass alles reibungslos lief und es dem Publikum an nichts fehlte.
Der Obst- und Gartenbauverein hat mit diesen beiden Theaterabenden das kulturelle und gesellige Angebot in der Gemeinde sehr bereichert.

08.02.2019

Schöne Klänge von Instrument und Stimme: Autoharp-Sänger Alexandre Zindel bei einem besonderen Konzert im Bürgersaal

Alexandre Zindel mit einer Autoharp beim Konzert im Bürgersaal
Der Musiker Alexandre Zindel mit einer Autoharp beim Konzert

Seltenes Instrument - außergewöhnliche Stimme! So die Selbstcharakterisierung des einzigen professionell tourenden Autoharp-Spielers und Sängers Alexandre Zindel auf seiner Internetseite. Man könnte hinzufügen: Hohe Musikalität, Gespür für verschiedene musikalische Genres sowie charmantes und unprätentiöses Auftreten.
Das alles stellte Alexandre Zindel bei einem Konzert auf Einladung der Veranstaltungsreihe "Kulturprisma Murr" am Freitag, dem 1. Februar 2019, im Bürgersaal des Bürger- und Rathauses Murr sehr zum Gefallen des Publikums unter Beweis. Die knapp 50 Gäste bedankten sich für den Abend voller Wohlklang mit warmem Applaus und lernten nebenher Einiges über das seltene und weithin unbekannte Instrument Autoharp.
Alexandre Zindel, 1971 geboren und studierter Sänger und Diplom-Musiker, arbeitete als Sänger und Komponist mit der WDR-Big Band zusammen und gastierte als Solist und Ensemblesänger mit dem Bundes-jazzorchester und dem WDR-Rundfunkorchester in Europa und Süd-Afrika. Weitere Stationen waren Künstlerverträge bei EMI und BMG, Auftragsarbeiten für Film, Radio und Industrie, Chorgesang für internationale und nationale Künstler, Fernsehauftritte und Studioarbeit für zahlreiche CD-Produktionen.
Sein Instrument, die Autoharp oder Volkszither, ist ein 36-saitiges Folkinstrument, das ursprünglich in Deutschland von Karl August Gütter aus Markneukirchen als leicht zu erlernendes Instrument erfunden wurde. Nachdem es der Auswanderer Charles Zimmermann bei einem Besuch in der alten Heimat kennengelernt hatte, meldete er Gütters Erfindung in den USA unter dem Namen "Autoharp" zum Patent an und es wurde dort sehr populär. Zwischenzeitlich ist es dort in der Folk- und Countryszene weit verbreitet und vor allem durch die berühmte Carter-Family, der auch die Ehefrau von Johnny Cash, June Carter, entstammt, sehr bekannt.
Das alles erfuhren die Gäste von Alexandre Zindel in den gleichermaßen charmanten wie informativen Moderationen zwischen den Stücken. Zindel bekannte, das Instrument selber nicht gekannt zu haben und erst durch den Film "Walk the line" über das Leben von Johnny Cash darauf gestoßen zu sein.
Doch die Hauptsache an dem Abend war natürlich die Musik. Zindel unternahm mit Stimme und Instrument quasi eine musikalische Reise um die Welt und interpretierte bekannte und weniger bekannte Werke aus den unterschiedlichsten Genres und prägte sie mit dem sehr gefälligen Timbre seiner Stimme und dem transparenten, harmonischen Wohlklang der Autoharp. Eine äußerst stimmige und reizvolle Kombination. Vor allem mit Stücken wie dem englischen Traditionstitel "Auld Lang Syne", im deutschen unter dem Titel "Nehmt Abschied, Brüder" ursprünglich aus der Pfadfinderbewegung stammend, oder Reinhard Meys "Über den Wolken" spielte und sang sich Alexandre Zindel über die Ohren auf direktem Weg in die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer. Auch bei "Wildwood Flower", einem amerikanischen Folksong, der von der Carter Family, Joan Baez, Johnny Cash und Roger McGuinn interpretiert wurde, oder dem Welthit "Monring has broken" von Cat Stevens ergaben Melodie, Stimme, Instrument und Interpretation ein einzigartiges Klangerlebnis - einfach pure, gute, unverfälschte Musik.
Zindel kleidete auch Edith Piafs unsterbliche Lebensbilanz "Non, je ne regri-ette rien" ("Nein, ich bedaure nichts") in das klangliche Kleid seiner Stimme und der silbrig schimmernden Harmonien und Solopassagen der Autoharp und erwies sich dabei als versierter und einfühlsamer Virtuose. Mit seinen insgesamt vier verschiedenen Autoharps - darunter diatonische und chromatische Versionen - zauberte Zindel verschiedene Tonfärbungen passend zu den interpretierten Stücken.
So sogar auch zu einem Blues, "The thrill is gone" des im Jahr 2015 verstorbenen Genre-Altmeisters B. B. King. Zu den schönen Klängen von Instrument und Stimme hätte hier vielleicht eine Spur Rauheit oder "Staub in der Kehle" die Ausstrahlung des Blues, der ja ursprünglich der musikalische Ausdruck von Leiden und Schmerz ist, authentischer gestaltet. Auch dem Titel "Blue Suede Shoes" als Beispiel für einen Rock'n'Roll hätte eine Prise Wildheit gut getan.
Insgesamt war das Konzert von Alexandre Zindel jedoch von Anfang bis Ende ein Genuss für die Ohren und in seiner Art etwas ganz Besonderes. Vielen Zuhörerinnen und Zuhörern begrüßten sehr die akustische, ganz ohne Technik und Verstärker auskommende Darbietung und bezeichneten sie als sehr schön. Folgerichtig entließ das Publikum den Ausnahmemusiker mit seinen besonderen Instrumenten auch erst nach zwei Zugaben von der Bühne. Und den Saal konnte Alexandre Zindel erst verlassen, nachdem er bereitwillig noch etliche Fragen zu den Autoharps beantwortet hatte.
Für das leibliche Wohl der Gäste sorgte wieder einmal in bewährter Weise ein Team aus Freiwilligen, das den Gästen Getränke und einen kleinen Imbiss offerierte und so viel zu dem gelungenen Abend beitrug.

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